Flensburger Förde

Die Flensburger Förde ist eines der schönsten Segelreviere Deutschlands. Von der Flensburger Hafenspitze bis zur Ansteuerungstonne in der Außenförde, gibt es jede Menge interessantes zu sehen.

Im Flensburger Hafen soll dieser virtuelle Törn beginnen.
Ganz im Innenhafen liegt das Restaurant Bellevue, das mit einer großen Terasse über den Hafen zum Anlegen einlädt. Auf der Backbordseite liegen die ersten Ausflugsdampfer. Hier hat auch die Alexandra ihren festen Liegeplatz. Weiter geht es vorbei am Historischen Hafen. Hier liegen viele Traditionssegler und alte Schiffe werden auf der kleinen Werft liebevoll restauriert.

Gegenüber des historischen Hafens, kann der geneigte Segler ein Schiff für den Urlaub chartern. Ein kleines Stück weiter sind die hohen Silos angesiedelt. Hier liegen oft kleinere Frachtschiffe, die Ihre Ladung im Hafen umschlagen.

Wieder zurück auf der Backbordseite ist der Yachthafen Galwik und der Laden mit dem „Seglergold“ Niro Petersen. Danach geht es vorbei an den Flensburger Stadtwerken. Hier lagert eine unendliche Menge Kohle, die das Kraftwerk mit Energie versorgt.

Weiter geht es vorbei an der Flensburger Schiffswerft. Seit 1872 werden hier die verschiedensten Schiffe auf Kiel gelegt. Das erste Schiff war die Doris Brodersen, ein Vollschiff aus Stahl. Heute ist die Werft weltweit für die hohe Qualität der Schiffe bekannt. Seitdem ich den Hafen regelmäßig besuche, liegt immer wieder ein anderer Neubau vor der Werfthalle.

Auf der Steuerbordseite liegt die neue Marina Sonvik. Auf der Mole kann der gut Betuchte sich einen farbigen Wohnklotz kaufen. Mit eigenem Anleger im „Garten“ und Bootsschuppen unterm Haus – wer´s braucht – bitte! Ansonsten hat dieser Hafen eben den Charme einer Marina.

Ein kleines Stückchen weiter liegt die Marineschule Mürwik. Ein imposantes Bauwerk, das mit seinem hohen Turm schon von weitem zu sehen ist. Von Land aus sieht man nicht viel von der Marineschule. Aber vom Wasser aus….. Hier wurde übrigens der zweite Weltkrieg am 7. Mai 1945 endgültig beendet.


Nun kommt die Tonne 13 in Sicht. Wir haben den Flensburger Hafen verlassen und segeln raus auf die Förde. Weit an Backbord liegt Flensburg Wassersleben. Hier mündet die Krusau  – ein deutsch-dänischer Grenzfluss nördlich von Flensburg. Gespeist aus vielen Quellen beiderseits der Grenze, durchfließt sie in einem tief eingeschnittenen Tal Seen, Moore, Wiesen und Wälder und mündet bei Wassersleben in die Flensburger Förde. Wassersleben ist ein ebenfalls ein beliebter Badestrand für Flensburger und Dänen. Ab hier liegt auf der Backbordseite jetzt immer Dänemark und auf der Steuerbordseite Deutschland. Beim Kreuzen lässt man die dänische Gastflagge am besten gleich oben!

Auf der Steuerbordseite liegt der Heimathafen Fahrensodde. Hier ist auch ein beliebter Spot zum Surfen und Kiten. Ein kleiner Sandstrand bietet hierfür die idealen Bedingungen – ein Geheimtip für alle Brettsegler!

Auf der dänischen Seite der Förde kann man das Hotel „Fakkelgården“ sehen. Ein Gourmet-Restaurant auf höchstem Niveau und gleichzeitig ein exklusives Golfhotel.

Zurück auf deutscher Seite, passieren wir nun Glücksburg. Vom Wasser aus ist der große Yachthafen schon vom Weiten gut zu erkennen. Links davon ist der Badestrand der kleinen Kurstadt mit den zahlreichen gut in die Landschaft passenden Hotels. Einmal jährlich findet auf dem Wasser, von einem Ponton aus, ein großes Feuerwerk mit Musik statt. Dann sammeln sich nicht nur die Gäste an Land, sondern auch hunderte von Booten treffen sich in der kleinen Glücksburger Bucht zu diesem besondern Ereignis.

Auf Backbord geht es an den Ochseninseln vorbei. Diese Inseln sind der Sage nach dadurch entstanden, dass ein Riese von Dänemark nach Deutschland springen wollte und ihm dabei Lehmklumpen aus den Stiefeln gefallen sind. Diese beiden „Lehmklumpen“ sind seither die Ochseninseln. Eine kleine und eine große Insel.
Die kleine Insel ist heute unbewohnt und stark verwildert. In der Vergangenheit hat die Insel mehrfach den Besitzer gewechselt. Sie gehörte einst einem Rechtsanwalt und Notar aus Flensburg, der die Insel als Sommersitz benutzte. Er legte einen Park und Wege an und stellte Skulpturen aus der Antike auf, um sich das Leben schön zu machen. Später gehörte die Insel einer Lehrervereinigung aus Kopenhagen, die dort ein Schullandheim errichtete.

Die große Insel diente der Landwirtschaft und der Fischerei. Später gab es auf der Insel sogar eine kleine Werft. Nach der Sturmflut von 1872 wechselte auch diese Insel mehrfach den Besitzer. Heute wird auf der Insel auf 7,5 Hektar wieder Landwirtschaft betrieben. Es gibt einen Campingplatz, ein Restaurant und Bootsbau findet auch wieder statt. Zur Insel fährt eine kleine Fähre, die in Sønderhav, genau an der besten Hot-Dog-Bude Dänemarks, anlegt.

Auf den nächsten zwei Meilen findet man entlang der dänischen Küste einige Buchten, in denen man gut ankern kann. Die Ruhe und die malerische Landschaft sind Garanten für pure Entspannung!

Gegenüber, auf der deutschen Seite der Förde, liegt Schausende. Ein kleiner, künstlicher Hafen, der Mitte der 70ger Jahre gebaut wurde. Durch eine schmale Fahrrinne erreicht man den schönen Hafen. Hier bekommt man alles was das Seglerherz begehrt -Mittwochs sogar einen Shantychor!

Vorbei an Tonne 12, geht es durch die Enge von Holnis. Der Naturpark Holnis wurde einst vom Schriftsteller Fontane besucht. Hier findet man auch ein Seemanns- und Soldatengrab.

Auf der dänischen Seite sieht man nun Egernsund. Die Klappbrücke öffnet den Weg nach Grafenstein (Gråsten), der Sommerresidenz des dänischen Königshauses, und in das Nübeler Noor (Nybøl Nor), einem Seitenarm der Flensburger Förde. Hier werden heute noch im großen Stil Ziegelsteine produziert. Bleibt man auf der Förde, segelt man auf Marina Minde zu. Marina Minde ist wie der Name schon sagt, eine Marina. Allerdings nicht wie die meisten Marinas unpersönlich, sondern sehr gemütlich. Beim Hafenmeister kann man Brötchen bestellen und allerlei Proviant einkaufen. Die sanitären Anlagen liegen weit über dem Durchschnitt. Ein kleines Restaurant, welches oft den Besitzer wechselt (zuletzt war es ein griechisches Restaurant) ist auch im Hafen vorhanden.

Jetzt geht es an einer besonderen Tonne vorbei. Tonne 6,  besser als „Schwiegermutter“ bekannt, wurde vor einigen Jahren ausgetauscht. Früher war es eine schwimmende Tonne, heute ist es ein fest stehendes Seezeichen. Diese sollte man auch nicht schnippeln, da es dort extrem flach ist. Möven die dort schwimmen, schwimmen gar nicht, sie stehen auf Grund!
Nachdem die Tonne umfahren ist, geht es auf Bockholmwik, und links davon auf Langballigau zu. Über Bockholmwik gibt es aus meiner Sicht nichts zu sagen. Einmal dort gewesen und ohne erkennbaren Grund gleich bepöbelt worden. Gott sei dank gibt es ja andere Häfen in denen man freundlicher empfangen wird. Fazit: Einmal und NIE wieder!
Langballigau ist einer dieser netten Häfen. In der Hafeneinfahrt liegt der Ausflugsdampfer, auf der Promenade kann man draußen beim kühlen Bierchen sitzen und dann gibt es dort ein sehr gutes Fischrestaurant (persönliche Empfehlung: Kutterscholle) in dem man draußen auf einer großen Terasse sitzen und über die Förde und den Hafen schauen kann. Hier liegen die kleinen Fischerboote, von denen der Fang direkt verkauft wird. Alles in allem ein richtig gemütlicher Hafen.

Auf dem letzten Stück der Flensburger Förde sollte man die schöne Natur genießen. Ob Dänemark oder Deutschland, beide Seiten der Förde sind einmalig schön. Hier endet nun auch der virtuelle Törn von Flensburg bis zur Außenförde. Ich hoffe dem einen oder anderen mein Lieblingsrevier schmackhaft gemacht zu haben.

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