Refit 2017 – 2018

Hier fing alles an. Fuchur brauchte mal ein neues Kleid.
Also mussten die alten Schichten Lack erst mal runter.
Erst ganz brutal mit 80er Korn.
Dann mit 150 Korn, 240 Korn, 320 Korn und zum Schluss mit 400 Korn.
Als nächstes kamen alle Beschläge runter.


Und wieder schleifen!
Hier mussten drei Schichten Ein-Kompnentenlack entfernt werden. Am schlimmsten war, dass man so gut wie nirgendwo mit der Maschine arbeiten konnte - also alles von Hand schleifen...
Auch hier erst mit 80, dann 150 und zum Schluss mit 240er Korn.
Nachdem der ganze Schleifstaub entfernt und alles gereinigt und mit Silikonentferner bearbeitet war, wurde das erste mal abgeklebt.
Für Nachahmer: Man braucht im Laufe des Refit unmengen Abklebeband!
Dann ging es mit dem Grundieren los. Da ich einen 2K-Lack verwenden wollte, musste der Untergrund natürlich auch 2K sein. Nach guter Beratung von Sönke habe ich mich für Interprotect von International entschieden.
Nach dem zweiten Gang Grundierung ging es dann wieder ans Schleifen. Die Oberfläche sollte für den Lack natürlich schön glatt sein. Mit 320er Korn wieder alles von Hand Schleifen (irgendwann bekommt man sein Fingerprint-Iphone nicht mehr an, weil man keinen Pingerprint mehr hat!!).
Nach dem zweiten Gang lackieren immerhalb von 48 Stunden erst mal richtig trocknen lassen. Und dann mal wieder schleifen. Dieses mal die schön glänzende Schicht mit 400er Korn wieder matt schleifen.
Es kommt der Zeitpunkt wo man einfach keine Lust mehr zum schleifen hat. Wäre jemand auf mich zugekommen und hätte mit 100 Euro geboten, ich hätte das Boot verkauft! Aber es nützt ja nichts, da muss man durch!
Als die dritte Schicht Lack aufgetragen war, wurde man aber durch ein unfassbar gutes Ergebnis belohnt.
Nachdem dann alles durchgetrocknet war wurde wieder abgeklebt. Für die Laufflächen habe ich mich für Kiwi-Grip entschieden.
Das Zeug ist klasse! Ruckzuck aufgetragen, mit der Strukturrolle so lange verteilt bis einem die Oberfläche gefällt und fertig!
Hier ein Bild von nach dem Scheifen und vor dem Lackieren - es hat sich absolut gelohnt!
Dann kam der große Tag des Folierens!
Marie und Sascha sind was das Folieren angeht meine persönlichen Helden!
Angefangen wurde am Heck welches nach wenigen Minuten (!) fertig war.
Ich bekam ein Lob von den beiden für die gute Vorarbeit. So ging das Bekleben zügig voran.
Nach dem Heck war die Steuerborseite dran. In einem Stück wurde die Folie am Boot lang gezogen, erst mal provisorisch festgeklebt und sehr grob zugeschnitten.
Dann ging es wieder alles sehr schnell! Mit gekonnten Bewegungen zauberte Sascha die Folie auf den Rumpf und Marie hat das Trägerpapier abgezogen.
Nach sage und schreibe NUR 2 3/4 Stunden war das komplette Boot fertig!
Auch hier habe ich die richtige Entscheidung getroffen! Es ist absolut makellos geworden. Keine Falte, keine Blase - einfach nur perfekt glatt! Ich behaupte einfach mal, dass es besser ist als Lackieren. Und schneller. Und günstiger.
Jetzt erst mal eine Schutzfolie drüber, weil alle das Boot "sehen" wollten. Merkwürdiger Weise schauen aber alle mit den Fingern und nicht mit den Augen. Keine Ahnung warum alle das unbedingt anfassen müssen? Das ist wie im Frühjahr kurz bevor die Boote ins Wasser gehen. Da müssen auch immer alle kurz mal fühlen ob das Antifouling schon trocken ist (?).
Hier war es jetzt natürlich noch spannender, weil es das erste Boot im Klub ist das foliert wurde. "Hält das auch wirklich?" - "Wo ist denn die Naht, ich sehe und fühle gar nichts".

Die häufigste Frage war und ist: "Was wenn du einen Kratzer hinein fährst?" Ja was dann... Mit dem Heißluftfön das Material auf Platz schieben oder die Seite neu.
Gegenfrage: Was wenn man in neuen Lack eine Schramme reinfährt? Oder in nagelneues Gelcoat? Ärgerlich ist es in allen Fällen!
Das alte blaue Antifouling musste einem Schwarzen weichen.
Dann noch der Wasserpass und eine neue Scheuerleiste.
Jetzt kamen wieder Marie und Sascha ins Spiel. Die Zierstreifen, der Name und das Logo wurden geklebt.
Jetzt sieht es langsam so aus, wie ich es mir vorgestellt habe.
Vor der Montage der Fenster hatte ich Angst, dass ich es nicht hinbekommen würde. Die alten Fenster waren mit gefühlt Einhundert Schrauben pro Fenster angeschraubt. Und mit Sicherheit hat es immer durch eine reingeleckt.
Die neuen Fenster sollen nur noch geklebt werden. Nach guter Beratung der Firma Richter in Kiel habe ich die neuen Fenster und das Klebesystem dort bestellt. Erst wurde der Primer aufgetragen und dann der Klebstoff. Darauf kamen die Fenster. Vorher alles gut abgeklebt und vorbereitet. Um den nötigen Druck auf die Scheiben zu bekommen (sie sind leicht gewölbt) habe ich mit den mittleren Fenstern begonnen. So konnte ich durch das hintere und vordere Fenster mit Schraubzwingen arbeiten.
Bei den hinteren Fenstern hatte ich mir dann ein kleines Holzgestell gebaut um mit Spreizzwingen den nötigen Druck aufzubauen.
Die vorderen Fenster wurden nach dem gleichen Prinzip eingesetzt - nur das Gestell war deutlich größer.
Um bei den Scheiben auch in der Mitte einen gleichmäßigen Anpressdruck zu erzeugen, habe ich von innen mit Saugnäpfen und Spanngurten gearbeitet.
Nachdem nun auch die letzten Beschläge und die Seereling montiert waren, stand das Boot endlich fertig in der Halle.
Am Tag des Slippens hatten liebe Freund dem neuen Boot einen Blumenstrauß an den Bugkorb gebunden. Sowas treibt einem Pipi in die Augen

2 Antworten auf Refit 2017 – 2018

  1. Oliver Zimmermann sagt:

    Hallo Olaf,
    herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen Drachen Fuchur. Es ist beeindruckend, wie viel Liebe, Arbeit und Know-how Du für das Schiffchen aufbringst. Der Erfolg gibt Dir Recht! So betrachte ich voll Anerkennung, wie unerschrocken und zeitlos eine Jaguar 25 aus den 70-er Jahren auch im Jahre 2018 noch dasteht!
    Nach deisem überaus gelungenen Refit Dir und Fuchur auch für die nächsten 40 Jahre Mast- und Schotbruch und jederzeit die erforderliche Handbreit unter dem Kiel.
    Herzliche Grüße
    Oliver

    • Olaf sagt:

      Vielen Dank Oliver!
      Da ja nun schon zwei Monate seit dem Stapellauf vergangen sind, ist auch die ganze Arbeit vergessen. Nun genieße ich es jedes Mal wenn ich in den Hafen komme und mein Schmuckstück über die Förde segeln darf.
      Beste Grüße
      Olaf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.